Wir sind die Erfinder des sozialpädagogischen Teamteachings

Sozialpädagogisches Teamteaching meint die zeitgleiche Zusammenarbeit von LehrerIn und SozialpädagogIn in einer Schulklasse und somit die Vernetzung von Jugendhilfe und Schule in der Praxis.

Das Ziel ist, soziale Benachteiligungen auszugleichen und individuelle Beeinträchtigungen bei SchülerInnen zu überwinden.
Durch vielfältige Angebote der Einzelfall- und Gruppenarbeit kann der Schulalltag durch Elemente des sozialen Lernens bereichert und den SchülerInnen Chancen für eine gleichberechtigte Teilhabe am Unterricht aufgezeigt werden.

Das Konzept für Sozialpädagogisches Teamteaching ist nicht aus dem "Nichts" entstanden.
Seit 2010 begleiten wir Schulen in Jena unterstützt durch das Jugendamt der Stadt Jena durch Teamteaching. Die Maßnahmeform hat sich als Alternative zur Schulbegleitung entwickelt und leistet einen Beitrag zur inklusiven Schule.
Die Kindersprachbrücke Jena e.V. hat das Konzept seitdem ständig weiterentwickelt und mit einem Einarbeitung- und Begleitsystem ergänzt.

Besonders wirksam ist Sozialpädagogisches Teamteaching:

 

  • in Klassen und Schulen, die eine besonders durch hohe Heterorgenität gekennzeichnet sind
  • wenn viele Schülerinnen und Schüler soziale Probleme haben oder den Unterricht durch ihr Verhalten massiv stören
  • wenn Lehrer*innen bereit sind, Teamteaching als Arbeitsform zuzulassen
  • in Schulen, die sich in modernen Lehr- und Lernkonzepten bewegen (möchten)

Mit dem Modellprojekt „Lehren und Lernen im Team“ verfolgt unser Verein seit 2010 einen besonderen Ansatz für gemeinsamen Unterricht im Zwei-Pädagogen-System in allen Schulformen. Teamteaching wird als eine Form der Jugendsozialarbeit nach §13 SGB VIII in einer Klasse etabliert. 

Das soziale Lernen voneinander und miteinander bildet die Basis für eine vertrauensvolle und intensive Arbeit mit SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen.

Durch neue Formen des sozialen Lernens wird ein entscheidender Beitrag zur Inklusion aller Kinder und Jugendlichen geschaffen. So wird beispielsweise der Tagesablauf neu strukturiert und mehr Raum für Bewegung geschaffen. Durch das Erarbeiten von Klassenregeln und Einheiten zum Umgang mit Gefühlen lernen die Kinder und Jugendlichen friedlich und respektvoll miteinander umzugehen. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, intensiver auf vorhandene soziale und schulische Defizite der SchülerInnen im Klassenverband einzugehen.

Die Arbeit im Zwei-Pädagogen-System ermöglicht es, den Unterricht bedarfsorientiert, methodisch abwechslungsreicher und interaktiver zu gestalten. Es ist leichter, Frontalunterricht zu öffnen, Gruppen- und Partnerarbeit durchzuführen oder die Klasse zu teilen. Dafür ist der kontinuierliche Austausch beider Fachkräfte unabdingbar, um Wissen und Verantwortung im Prozess des gemeinsamen Lehrens und Lernens miteinander zu teilen. Ebenso beziehen wir die Methoden des Classroom Managements in die pädagogische Arbeit mit ein.

Mit einer aktiven Elternarbeit, Vernetzung der beteiligten Fachkräften und Institutionen (sozialpädagogische Familienhilfe, Allgemeiner Sozialer Dienst, sozialpädagogische Tagesgruppe, Bildungslandschaft Lobeda, sowie andere Angebote des Vereins) schaffen wir sichere soziale Beziehungen und gleichen Benachteiligungen aus. Die Kinder und Jugendlichen erfahren durch die Vernetzung der an ihrer Erziehung beteiligten Partner ihre soziale Umwelt als einheitliches Bild.